Farbenblindheit berücksichtigen
Farbenblindheit berücksichtigen ist ein zentrales Element für die digitale Teilhabe.
In diesem Beitrag beleuchten wir, warum dieses Thema für alle relevant ist – von der rechtlichen Verpflichtung bis hin zu den praktischen Vorteilen im Alltag.
Anhand typischer Muster und Beispiele wird beschrieben, wie Informationen auch dann verständlich bleiben, wenn Farbe allein nicht zuverlässig wahrgenommen wird.
In der Praxis betrifft das nicht nur „extreme“ Fälle: Auch bei guter Sehkraft können Farbdifferenzen durch Displayeinstellungen, Barrierefreiheit ist für viele digitale Angebote nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern auch eine Verpflichtung. In der fachlichen Bewertung werden Anforderungen häufig über WCAG 2.1 AA und die EN 301 549 betrachtet. Hinweis: Das ist eine fachliche Einordnung und keine Rechtsberatung. In Barrierefreiheitsaudits und UI-Reviews zeigen sich bei Farbenblindheit-bezogenen Fragestellungen häufig wiederkehrende Muster: Barrierearme Gestaltung rund um Farbenblindheit zeigt sich in der Praxis vor allem daran, Zustände werden zusätzlich durch Text, Symbole, Muster, Position oder Form kenntlich gemacht. Farbe kann weiterhin unterstützen, Wenn Farben Bedeutungen tragen (z. B. Kategorien), bleiben Zuordnung und Benennung konsistent. Für Text, Icons, Linien und Statuskennzeichnungen ist der Kontrast ausreichend, sodass Inhalte nicht „wegkippen“, Kategorien sind zusätzlich über Muster (Schraffuren), Markerformen (Kreis, Quadrat, Dreieck), Beschriftungen oder direkte Werte unterscheidbar. Aktiv/ausgewählt/disabled wird nicht nur als Farbänderung dargestellt, sondern etwa über Umrandung, Icon, Textzusatz, Weniger hilfreich: „Fehler“ nur durch roten Rahmen am Feld, ohne Text. Verständlicher: Klarer Fehlertext direkt am Feld, ggf. zusätzlich Icon + Text wie „Fehler: Bitte 5 Ziffern eingeben“. Weniger hilfreich: Drei Linien im Chart unterscheiden sich nur durch drei ähnliche Farben. Verständlicher: Unterschiedliche Markerformen + direkte Beschriftung („Produkt A“, „Produkt B“, „Produkt C“) und/oder unterschiedliche Stricharten. Weniger hilfreich: Links sind nur blau, aber ohne Unterstreichung und ohne Hover/Focus-Unterscheidbarkeit. Verständlicher: Links sind zusätzlich typografisch klar erkennbar (z. B. Unterstreichung) und im Fokuszustand deutlich markiert.
Gemeint sind Formen eingeschränkter Farbdifferenzierung, bei denen bestimmte Farbtöne schwerer auseinanderzuhalten sind. Dadurch können farbbasierte Signale unklar werden. Weil Farbe auch durch Kontextfaktoren wie Display, Licht, Zoom, Kontrastmodi oder Kompression an Eindeutigkeit verliert. Lösungen, die ohne Farbe verständlich bleiben, sind insgesamt robuster. Fehler werden häufig nur über rote Markierung am Feld signalisiert, ohne klare Textmeldung. Dadurch bleibt unklar, was genau zu korrigieren ist. Weil Rot und Grün für viele Nutzer nicht zuverlässig unterscheidbar sind. Ohne zusätzliche Hinweise kann „OK“ und „Fehler“ visuell gleich wirken. Formulare, Dashboards, Diagramme, Statusanzeigen, Filter/Chips, Warnhinweise, Karten/Heatmaps und Linkdarstellung im Fließtext. Nicht unbedingt. Wenn Kategorien nur über ähnliche Farben unterscheidbar sind, hilft eine Legende allein oft nicht – besonders bei kleinen Elementen oder dünnen Linien. Kontrast ist ein eigener, sehr häufiger Problemfaktor. Wenn Kontraste gering sind, verlieren Farben zusätzlich an Unterscheidbarkeit – selbst bei Nutzern ohne Farbwahrnehmungs-Einschränkungen. Wenn Linkerkennung ausschließlich über Farbe erfolgt (ohne Unterstreichung/typografische Unterscheidung), ist die Funktion im Text weniger eindeutig – insbesondere bei abweichender Farbwahrnehmung oder individuellen Styles. Wenn „aktiv“ nur als leichte Farbschattierung dargestellt wird, kann der Zustand unklar bleiben. Eindeutigkeit entsteht häufig durch zusätzliche visuelle Merkmale (Form/Umrandung/Text) und konsistente Zustandslogik. Das BFSG beschreibt Barrierefreiheit so, dass Angebote ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe nutzbar sein müssen.Warum Farbenblindheit in digitalen Angeboten relevant ist
Farbe wird in digitalen Produkten häufig als „schnelles Signal“ genutzt: Erfolg/Fehler, aktiv/inaktiv, Prioritäten, Kategorien in Diagrammen,
Status in Dashboards oder Hinweise in Formularen. Für viele Nutzer ist diese Information jedoch nicht eindeutig, wenn sie ausschließlich über
Farbdifferenzen vermittelt wird.
Umgebungslicht, kleine Schrift, Kompression oder Kontrastmodi verschwimmen. Dadurch wird das Thema zu einem allgemeinen Qualitätsfaktor:
Wenn die Botschaft unabhängig von Farbe erkennbar ist, steigt Verständlichkeit und Fehlertoleranz für alle.Rechtlicher Rahmen und Standards
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) beschreibt Barrierefreiheit so, dass Angebote für Menschen mit Behinderungen
„in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe“
auffindbar, zugänglich und nutzbar sein müssen.
Visuelle Signale, die nur über Farbe verständlich sind, stehen diesem Prinzip häufig entgegen – insbesondere dann,
wenn sie zentrale Zustände oder Entscheidungen betreffen.
Besonders relevant sind dabei Kriterien rund um „Farbe als alleiniger Informationsträger“ sowie ausreichende Kontraste.Typische Barrieren aus Farbenblindheit-Audits
Merkmale verständlicher visueller Kommunikation
dass Informationen auch ohne Farbwahrnehmung eindeutig bleiben. Häufig sind dabei folgende Merkmale zu beobachten:Redundanz: Bedeutung wird nicht nur über Farbe vermittelt
ist aber nicht die einzige Informationsquelle.Konsistente Bedeutungen und klare Legenden
Legenden sind eindeutig, und Kategorien sind auch über Bezeichnungen oder Markierungen unterscheidbar.Kontrast und Linienführung sind robust
wenn Farbdifferenzen geringer wahrgenommen werden oder Zoom/High-Contrast-Modi genutzt werden.Diagramme und Visualisierungen sind auch „ohne Farbe“ lesbar
Dadurch werden Charts auch als Screenshot, Ausdruck oder in Graustufen nachvollziehbar.Interaktive Zustände sind eindeutig erkennbar
Unterstreichung, Gewichtung (Font-Weight) oder klaren Status-Text.Beispiele: weniger hilfreich vs. verständlicher
Statusmeldung
Diagramm-Kategorien
Links im Fließtext
Konzeptionelles Snippet (Status mit Text + Icon)
<p class="status status--error">
<span aria-hidden="true">⚠️</span>
<strong>Fehler:</strong> Bitte geben Sie eine Postleitzahl mit 5 Ziffern ein.
</p>FAQ: 10 häufige Fragen zu Farbenblindheit im digitalen Design
1) Was bedeutet „Farbenblindheit“ im Kontext digitaler Produkte?
2) Warum ist das Thema für „alle“ relevant?
3) Was ist ein typischer Audit-Befund in Formularen?
4) Warum ist Rot/Grün als Statuscode problematisch?
5) Welche Bereiche sind besonders häufig betroffen?
6) Sind Diagramme automatisch „barrierefrei“, wenn es eine Legende gibt?
7) Welche Rolle spielt Kontrast bei Farbenblindheit?
8) Warum sind Links „nur in Blau“ manchmal ein Problem?
9) Wie zeigt sich das Thema bei aktiven Zuständen (Tabs, Filter, Buttons)?
10) Welche Rolle spielt das BFSG in diesem Kontext?
Farbabhängige Signale ohne alternative Kennzeichnung können die Nutzbarkeit einschränken, wenn sie zentrale Informationen tragen.
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